Montag nach der Weihnachtsfeier. Jemand aus dem Büro stellt vierzig Fotos in einen Ordner, die besten zwölf gehen als Galerie auf Instagram und Facebook. Bildtext: „Was für ein gelungener Abend! Danke an unser großartiges Team!“ Zwölf Likes. Elf davon vom eigenen Team.

Kennst du. Jeder kennt das. Und trotzdem wiederholt es sich jedes Jahr, bei der Weihnachtsfeier, beim Jubiläum, beim Sommerfest. Der Grund ist immer derselbe Denkfehler: Weil ein Ereignis intern schön war, wird angenommen, dass es extern interessiert. Tut es aber nicht. Deine Follower waren nicht eingeladen, kennen die Menschen auf den Fotos nicht und haben von dem Abend genau nichts. Firmenfeier-Content ist damit das Paradebeispiel für Innensicht-Marketing, und gleichzeitig eine echte Chance, wenn man es richtig angeht.

Hier sind die fünf Fehler, die ohne professionellen Blick fast immer passieren, und was du stattdessen tun kannst.

Fehler 1: Du postest das Ereignis, nicht den Mehrwert

Der Kernfehler, aus dem alle anderen folgen. Eine Feier ist eine interne Information. Und interne Informationen haben draußen keinen Empfänger: Der Zuseher scrollt durch seinen Feed und stellt sich bei jedem Beitrag unbewusst dieselbe Frage: Was habe ich davon? Bei „Wir haben gefeiert“ lautet die Antwort: nichts.

Die Zahlen dazu sind deutlich. 46 Prozent der Nutzer entfolgen Marken, die zu viel über sich selbst posten, und 60 Prozent sind von übermäßiger Werbung in eigener Sache genervt (Quelle: Sprout Social, 2016). Jubelposts über die eigene Feier fallen genau in diese Kategorie: Eigenlob ohne Nutzen.

Was stattdessen funktioniert: Such den Teil der Feier, der draußen etwas gibt. Die Rede des Lehrlings, der erzählt, warum er geblieben ist. Der Moment, in dem die Gründerin von den Anfängen im Keller erzählt. Menschen, Geschichten, Emotionen. Das Fest ist nur die Bühne, nicht die Botschaft.

Fehler 2: Die Galerie mit 40 Fotos

Ohne Agentur wird Feier-Content fast immer als Fotodump veröffentlicht: eine Galerie, chronologisch, vom Sektempfang bis zur Tanzfläche. Das Problem: Eine Galerie erzählt nichts. Sie dokumentiert. Und Dokumentation ist das langweiligste Format, das Social Media kennt.

Was stattdessen funktioniert: Ein einziges gutes Format schlägt vierzig Fotos. Ein 30-Sekunden-Reel mit den echten Momenten des Abends, geschnitten auf Rhythmus. Ein Porträt der Mitarbeiterin, die seit 25 Jahren dabei ist, mit ihrer Geschichte. Eine Vorher-Nachher-Erzählung zum Jubiläum: so sah unsere Werkstatt 1995 aus, so heute. Ein Fest liefert Rohmaterial für Wochen, wenn jemand mit Konzept hinschaut.

Fehler 3: Niemand ist fürs Festhalten zuständig

Der klassische Ablauf ohne Planung: Alle feiern, und irgendwann fällt jemandem ein, dass man ja Fotos machen sollte. Ergebnis: verwackelte Handybilder mit Blitz, halb leere Teller im Vordergrund, die immergleichen Gruppenaufnahmen. Aus diesem Material kann nachträglich niemand mehr etwas bauen, auch keine Agentur.

Was stattdessen funktioniert: Content von Feiern entsteht vor der Feier. Eine Stunde Planung reicht: Welche drei Momente wollen wir festhalten? Wer filmt sie, womit, in welchem Format? Welche zwei Menschen bitten wir um ein kurzes Statement? Profis nennen das eine Shotlist, und sie ist der Unterschied zwischen brauchbarem Material und digitalem Schuhkarton.

Fehler 4: Peinlichkeiten und fehlende Einverständnisse

Ohne professionelle Begleitung landet gern das Falsche im Netz: Kollegen mit Glas in der Hand und glasigem Blick, Tanzeinlagen, die am Montag niemand mehr lustig findet, Mitarbeiter, die nie gefragt wurden, ob sie öffentlich gezeigt werden wollen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern rechtlich heikel: Das Recht am eigenen Bild gilt auch bei der Weihnachtsfeier.

Was stattdessen funktioniert: Vorher klären, wer gezeigt werden will, im Zweifel schriftlich. Beim Filmen auf Würde achten: Menschen bei Reden, beim Lachen, bei Gesprächen zeigen, nicht beim vierten Spritzer. Eine einfache Faustregel: Nichts posten, was die gezeigte Person nicht selbst stolz teilen würde.

Fehler 5: Alles am nächsten Tag verschießen

Der ganze Content geht traditionell am Montag danach online, auf einmal, und dann herrscht wieder drei Wochen Funkstille. Damit verpufft selbst gutes Material: Ein einzelner Tag Sichtbarkeit für ein Ereignis, das ein ganzes Jahr Firmenkultur erzählt.

Was stattdessen funktioniert: Material strecken und in Kontexte setzen. Das Team-Reel diese Woche. Das Porträt der Jubilarin nächste Woche. Der Rückblick der Gründerin als eigene Story zum Jahreswechsel. Und die besten Aufnahmen wandern in den Dauerbestand: Karriereseite, Recruiting-Anzeigen, Über-uns-Seite. Eine gute Feier liefert Employer-Branding-Material für Monate, wenn man sie nicht als Tagesmeldung verheizt.

Der Perspektivwechsel, der alles ändert

Fällt dir das Muster auf? Alle fünf Fehler haben dieselbe Wurzel: Die Feier wird als Nachricht behandelt („wir haben gefeiert“), nicht als Rohstoff für Geschichten. Der Unterschied zwischen beiden Sichtweisen ist genau der Blick von außen, den eine Agentur mitbringt, und den man intern trainieren kann, wenn man sich die Frage angewöhnt: Was hat jemand davon, der nicht dabei war?

Denn eines stimmt ja: Feiern sind großartige Content-Anlässe. Nirgends sonst sind alle Gesichter des Betriebs an einem Ort, gut gelaunt, in echten Momenten. Bewerber wollen genau das sehen. Kunden auch. Es muss nur jemand die Geschichten heben, statt die Galerie hochzuladen.

Wenn bei euch heuer ein Jubiläum, ein Fest oder eine Weihnachtsfeier ansteht und du willst, dass davon mehr bleibt als zwölf Likes: Wir begleiten solche Anlässe als Social-Media-Agentur in Graz regelmäßig, von der Shotlist bis zum fertigen Reel.

Häufige Fragen

Soll man die Firmenfeier überhaupt auf Social Media posten?
Ja, aber nicht als Ereignismeldung, sondern als Geschichte mit Nutzen für Außenstehende. Menschen, Emotionen und Einblicke in die Firmenkultur interessieren Bewerber und Kunden. Reine Jubelposts mit Fotogalerie erzeugen dagegen kaum Reichweite und wirken schnell wie Eigenlob.

Welches Format eignet sich am besten für Firmenfeier-Content?
Ein kurzes, gut geschnittenes Reel mit echten Momenten schlägt jede Fotogalerie. Stark funktionieren auch Porträts einzelner Menschen, etwa der Jubilarin oder des Lehrlings, sowie Vorher-Nachher-Erzählungen bei Jubiläen. Entscheidend ist eine Geschichte, kein chronologischer Ablauf.

Was muss ich rechtlich beachten, wenn ich Fotos von der Weihnachtsfeier poste?
Das Recht am eigenen Bild gilt auch intern: Mitarbeiter müssen der Veröffentlichung zustimmen, am besten schriftlich und vor der Feier. Zusätzlich gilt die Anstandsregel: nichts posten, was die gezeigte Person nicht selbst stolz teilen würde, insbesondere keine Aufnahmen mit Alkohol.

Braucht es für Firmenfeier-Content wirklich eine Agentur?
Nicht zwingend, aber es braucht Planung vor dem Fest: eine Shotlist, eine zuständige Person und ein Konzept, welche Geschichten erzählt werden sollen. Eine Agentur bringt genau diese Vorbereitung, das Handwerk und den Außenblick mit, damit aus einem Abend Material für Monate wird.

Quellen

  • Sprout Social, 2016: https://sproutsocial.com/insights/data/q3-2016/

Reden wir über dein Marketing.

Wenn du beim Lesen an dein eigenes Unternehmen gedacht hast: Genau dafür sind wir da. Stell uns deine Frage, wir melden uns ehrlich zurück. Ohne Verkaufsfolien, ohne Agentur-Theater.