Irgendwann kommt in jedem Betrieb dieser Moment. Der Geschäftsführer scrollt abends durch Instagram, sieht den Mitbewerber mit 40.000 Views auf einem Reel und denkt: Wir brauchen da jemanden.

Und dann beginnt die eigentlich schwierige Frage. Nicht ob, sondern wer. Ein angestellter Social Media Experte? Ein Freelancer auf Stundenbasis? Eine Agentur mit Vertrag? Alle drei Wege funktionieren. Alle drei können scheitern. Und welcher zu dir passt, hängt von Dingen ab, über die selten offen geredet wird.

Reden wir offen darüber.

Worum es eigentlich geht: vier Jobs, nicht einer

Bevor du jemanden holst, musst du wissen, was „Social Media machen“ wirklich bedeutet. Es sind mindestens vier verschiedene Berufe:

  • Strategie: Wen wollen wir erreichen, womit, auf welchem Kanal?
  • Produktion: Filmen, fotografieren, schneiden, texten.
  • Community: Kommentare, Nachrichten, Bewertungen, Tempo.
  • Analyse: Was funktioniert, was nicht, was ändern wir?

Der häufigste Denkfehler: Man sucht eine Person für alle vier. Das ist, als würdest du einen Koch suchen, der auch serviert, einkauft und die Buchhaltung macht. Es gibt solche Menschen. Sie sind selten, teuer und irgendwann erschöpft.

Option 1: Der angestellte Social Media Experte

Die Stärke: Niemand kennt deinen Betrieb besser. Ein interner Profi sitzt beim Mittagessen, hört die Geschichten aus der Werkstatt, kann spontan drehen, wenn etwas passiert. Diese Nähe ist durch nichts zu ersetzen.

Die ehrliche Rechnung: Ein guter Social Media Manager kostet in Österreich inklusive Lohnnebenkosten schnell 55.000 bis 70.000 Euro im Jahr. Dazu Equipment, Software, Weiterbildung. Und du bekommst eine Person mit einem Skillset, nicht vier.

Das unterschätzte Risiko: Verwundbarkeit. Kündigt diese eine Person, steht dein Kanal still, und das gesamte Wissen geht mit. Urlaub und Krankenstand gibt es auch. Und: Wer soll die Person führen und weiterentwickeln, wenn intern niemand das Fach beherrscht? Ein Experte ohne Sparringspartner stagniert, und mit ihm der Content.

Passt, wenn: Social Media für dich ein zentraler Vertriebskanal ist, du täglich Content brauchst und bereit bist, in Führung und zweite Köpfe zu investieren.

Option 2: Der Freelancer

Die Stärke: Flexibilität und Preis. Du kaufst genau die Stunden, die du brauchst, ohne Fixkosten. Gute Freelancer sind oft hochspezialisiert, etwa auf Videoschnitt oder Ads, und in ihrem Feld exzellent.

Die ehrliche Rechnung: Stundensätze von 60 bis 120 Euro klingen nach mehr als sie sind, weil du nur zahlst, was du nutzt. Aber: Ein Freelancer hat mehrere Kunden. Dein dringendes Reel konkurriert mit den dringenden Reels der anderen. Verfügbarkeit ist die Währung, in der du wirklich zahlst.

Das unterschätzte Risiko: Die Lücken zwischen den Gewerken. Der Video-Freelancer schneidet, was du ihm gibst, aber wer entscheidet, was gedreht wird und warum? Ohne strategischen Kopf wird aus drei guten Freelancern noch keine gute Präsenz, nur drei gut gemachte Einzelteile.

Passt, wenn: Du intern jemanden hast, der Strategie und Koordination übernimmt, und nur bestimmte Handgriffe zukaufen willst.

Option 3: Die Agentur

Die Stärke: Du bekommst ein eingespieltes Team, in dem die vier Jobs auf mehrere Köpfe verteilt sind: Stratege, Kamerafrau, Cutterin, Texter. Dazu das Vergleichswissen aus vielen Kunden und Branchen. Eine Agentur sieht jede Woche, welche Formate gerade funktionieren, und zwar über Dutzende Accounts hinweg, nicht nur über deinen.

Die ehrliche Rechnung: Laufende Betreuung kostet je nach Umfang meist 1.500 bis 5.000 Euro monatlich. Das ist mehr als ein Freelancer und weniger als ein gutes internes Team. Wichtig: Die Agentur muss ersetzbar machen, was sie tut – saubere Übergaben, Zugänge bei dir, nachvollziehbare Berichte.

Das unterschätzte Risiko: Distanz. Eine Agentur sitzt nicht in deiner Werkstatt. Gute Agenturen lösen das mit fixen Drehtagen, kurzen Abstimmungswegen und echtem Interesse am Betrieb. Schlechte lösen es mit Stockfotos. Genau daran erkennst du den Unterschied im ersten Gespräch.

Passt, wenn: Du professionelle Qualität und Verlässlichkeit willst, ohne selbst ein Team aufzubauen, und einen Partner suchst, der auch strategisch mitdenkt.

Der Faktor, den alle unterschätzen: Reaktionsgeschwindigkeit

Egal wen du holst: Social Media ist kein Kanal, den man einmal pro Woche gießt. Kommentare und Nachrichten sind Kaufanbahnung in Echtzeit. Der Sprout Social Index zeigt, wie ungeduldig das Publikum geworden ist: 73 Prozent der Konsumenten kaufen beim Mitbewerber, wenn eine Marke auf Social Media nicht reagiert (Quelle: Sprout Social Index, 2025). Wer auch immer deinen Auftritt betreut, muss diese Dauerpräsenz leisten können. Frag im Auswahlgespräch konkret: Wer antwortet auf Kommentare, und wie schnell?

Dazu kommt das Ressourcenproblem, das fast alle Betriebe kennen: 54 Prozent der B2B-Marketer nennen fehlende Ressourcen als größte Hürde im Content-Marketing (Quelle: Content Marketing Institute, 2025). Die Frage ist also selten „Wer wäre ideal?“, sondern „Welches Modell hält bei uns länger als drei Monate durch?“

Die Entscheidungshilfe: drei Fragen genügen

  1. Wie zentral ist Social Media für dein Geschäft? Hauptvertriebskanal: interner Experte plus Unterstützung. Wichtiger Kanal unter mehreren: Agentur. Ergänzung: Freelancer.
  2. Wer führt fachlich? Hast du intern niemanden, der Content beurteilen kann, brauchst du einen Partner, der Strategie mitbringt, nicht nur Umsetzung.
  3. Was passiert bei Ausfall? Einzelpersonen fallen aus, Teams fangen es auf. Je geschäftskritischer der Kanal, desto wichtiger die Redundanz.

Übrigens schließen sich die Modelle nicht aus. Viele der besten Setups, die wir kennen, sind Kombinationen: eine interne Person als Gesicht und Themenlieferant, eine Agentur für Strategie, Produktion und Qualität. Auch in Graz und Umgebung arbeiten etliche Betriebe genau so, weil ein Social Media Experte in Graz mit Agentur im Rücken schlicht mehr schafft als jede der beiden Seiten allein.

Wen du auch holst: Hol jemanden, der Fragen stellt, bevor er Content verspricht. Und wenn du wissen willst, wie so eine Zusammenarbeit mit einem eingespielten Team konkret aussieht, wirf einen Blick auf unsere Arbeit als Social Media Agentur in Graz.

Häufige Fragen

Was kostet ein Social Media Experte in Österreich?
Angestellt liegt ein erfahrener Social Media Manager inklusive Lohnnebenkosten meist zwischen 55.000 und 70.000 Euro jährlich, dazu kommen Equipment und Software. Freelancer verrechnen üblicherweise 60 bis 120 Euro pro Stunde, Agenturen arbeiten mit monatlichen Paketen ab etwa 1.500 Euro. Entscheidend ist der Vergleich pro Ergebnis, nicht pro Stunde.

Ist ein Freelancer nicht immer günstiger als eine Agentur?
Auf dem Papier oft ja, in der Praxis nicht immer. Ein Freelancer deckt meist ein Spezialgebiet ab; für Strategie, Dreh, Schnitt und Community brauchst du mehrere, die jemand koordinieren muss. Rechnet man Koordinationsaufwand und Ausfallrisiko ein, liegt eine Agentur bei laufender Betreuung häufig gleichauf.

Kann eine Agentur unseren Betrieb überhaupt gut genug kennen?
Ja, wenn sie es ernst meint: mit regelmäßigen Drehtagen vor Ort, einem fixen Ansprechpartner und echtem Interesse an deinem Alltag. Regionale Nähe hilft enorm, weil spontane Drehs und kurze Wege möglich sind. Eine Agentur, die nur aus der Ferne Grafiken schickt, kennt deinen Betrieb tatsächlich nie.

Was ist das beste Modell für kleine Betriebe mit wenig Budget?
Meist der Einstieg über eine Agentur oder einen erfahrenen Freelancer mit klarem, kleinem Paket: Strategie einmal sauber aufsetzen, dann wenige, aber gute Inhalte pro Monat. Eine eigene Vollzeitkraft lohnt sich erst, wenn Social Media nachweislich Anfragen bringt und täglicher Content nötig wird.

Quellen

  • Sprout Social Index, 2025: https://sproutsocial.com/insights/index/
  • Content Marketing Institute, 2025: https://contentmarketinginstitute.com/b2b-research/b2b-content-marketing-trends-research-2025

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