Es gibt eine Frage, die uns am Telefon öfter gestellt wird als jede andere: „Was kostet bei euch ein Video?“ Und es gibt eine Antwort, die niemand hören will, weil sie nach Ausrede klingt: „Kommt darauf an.“ Das Blöde ist nur – sie stimmt. Ein Video zu kaufen ist nicht wie ein Auto zu kaufen, sondern wie ein Haus zu bauen: Der Preis hängt davon ab, was du vorhast.
Aber „kommt darauf an“ ist keine brauchbare Auskunft, wenn du gerade ein Budget planst. Also machen wir das hier einmal ordentlich: Worauf es ankommt, welche Bandbreiten realistisch sind und – der eigentlich wichtige Teil – woran du misst, ob sich die Ausgabe gelohnt hat.
Woraus sich der Preis einer Videoproduktion zusammensetzt
Eine Videoproduktion besteht aus drei Phasen, und alle drei kosten Zeit von Profis:
Vorher: das Denken. Konzept, Drehbuch, Location-Planung, Organisation. Die unsichtbarste Phase und die wichtigste – hier entscheidet sich, ob dein Video etwas erzählt oder nur schön aussieht. Billige Angebote sparen fast immer genau hier. Das Ergebnis kennt jeder: technisch saubere Videos, die niemanden interessieren.
Währenddessen: der Dreh. Kamera, Ton, Licht, Personal, ein oder mehrere Drehtage. Hier bestimmen handfeste Fragen den Preis: Wie viele Leute stehen am Set? Ein Tag oder drei? Eine Location oder fünf? Drohne, zweite Kamera, professioneller Sprecher?
Nachher: der Schnitt. Sichten, schneiden, Farbkorrektur, Tonmischung, Untertitel, Grafiken, Korrekturschleifen. Faustregel aus der Praxis: Die Postproduktion braucht oft mehr Stunden als der Dreh selbst.
Dazu kommt der Faktor, den viele übersehen: die Anzahl der Endprodukte. Ein einzelner Imagefilm ist etwas anderes als ein Drehtag, aus dem zwölf Reels, drei Recruiting-Clips und Fotomaterial entstehen. Der zweite Ansatz kostet mehr als ein einzelnes Video und deutlich weniger als fünfzehn einzelne Produktionen. Genau dorthin entwickelt sich der Markt – und ehrlich gesagt auch unsere Empfehlung in den meisten Fällen.
Realistische Bandbreiten statt Fantasiezahlen
Mit aller Vorsicht, weil jedes Projekt anders ist, aber als Orientierung für Österreich:
- Einfache Social-Media-Videos / Reels: Wenn regelmäßig produziert wird (etwa im Monatspaket mit mehreren Clips pro Drehtag), liegen die Kosten pro Reel oft im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. Einzeln beauftragt wird es teurer.
- Recruiting-Video oder kompaktes Unternehmensvideo: je nach Aufwand meist im mittleren vierstelligen Bereich.
- Aufwendiger Imagefilm mit mehreren Drehtagen, Schauspielern oder Animation: schnell fünfstellig.
Wichtiger als die absolute Zahl ist das Verhältnis: Ein 15.000-Euro-Film, den außer dem Geschäftsführer niemand ansieht, ist teuer. Zwölf Reels um denselben Betrag, die übers Jahr hunderttausende Menschen erreichen, sind günstig. Der Preis eines Videos sagt nichts über seinen Wert – die Verwendung tut es.
Was eine Videoproduktion bringen muss
Damit zur eigentlichen Frage, die vor jeder Kostenfrage kommen sollte: Was soll das Video leisten? Video ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, und zwar ein nachweislich starkes: 91 Prozent der Unternehmen setzen Video im Marketing ein, und 89 Prozent der Konsumenten sagen, dass die Videoqualität ihr Vertrauen in eine Marke beeinflusst (Quelle: Wyzowl, 2026). Die zweite Zahl ist die interessantere. Sie bedeutet: Dein Video zahlt immer auf dein Image ein – in beide Richtungen.
Konkret sollte vor jeder Beauftragung eine dieser Antworten stehen:
- Reichweite: Das Video soll neue Leute erreichen (Reels, Kurzvideos, Social-Kampagnen). Messgröße: Views, Profilbesuche, Follower, Anfragen.
- Vertrauen: Das Video soll Interessenten überzeugen (Referenzvideos, Kundenstimmen, Über-uns). Messgröße: Verweildauer auf der Website, Gesprächsqualität im Vertrieb.
- Bewerbungen: Das Video soll Menschen in den Betrieb holen. Messgröße: Bewerbungen, und zwar passende.
- Erklärung: Das Video soll ein erklärungsbedürftiges Produkt verständlich machen und damit Verkaufsgespräche verkürzen.
Wenn eine Videoagentur diese Frage nicht stellt, sondern gleich über Drehtage redet: weitersuchen.
Warum die Agentur vor Ort ein Preisvorteil ist
Ein unterschätzter Kostenfaktor ist die Entfernung. Videoproduktion ist Präsenzarbeit: Locationbesichtigung, Drehtag, Nachdreh, wenn etwas fehlt. Mit einer Videoagentur in Graz zahlst du keine Anreisen quer durch Österreich, und der spontane Nachdreh ist ein Termin nächste Woche, keine Logistikoperation. Dazu kommt das Lokalwissen: Wer die Steiermark kennt, weiß, welche Bilder hier funktionieren, wie die Leute reden und dass man ein steirisches Publikum anders anspricht als ein Wiener.
Wer für sein Unternehmen nach „Visual Media Graz“ oder eben einer Videoagentur in Graz sucht, sollte sich vor allem drei Dinge zeigen lassen: echte Ergebnisse mit echten Zahlen (nicht nur schöne Showreels), den Prozess von der Idee bis zur Ausspielung, und Referenzen aus vergleichbaren Betrieben. Ein Showreel beweist, dass jemand filmen kann. Zahlen beweisen, dass es gewirkt hat.
Das Rechenbeispiel: Kosten pro Kontakt statt Kosten pro Video
Weil sich Preise erst im Verhältnis beurteilen lassen, eine einfache Rechnung, die du auf jedes Angebot anwenden kannst: Teile die Produktionskosten durch die realistisch erreichten Menschen.
Nehmen wir zwei Varianten mit demselben Budget von 12.000 Euro. Variante A: ein Imagefilm, der auf der Website und bei Präsentationen läuft. Realistische Reichweite über zwei Jahre: vielleicht 5.000 Sichtkontakte, großteils Menschen, die dich ohnehin schon kennen. Macht 2,40 Euro pro Kontakt – bei einem Publikum, das keine Neukundschaft ist.
Variante B: vier Drehtage übers Jahr, daraus vierzig Kurzvideos für Social Media. Selbst bei bescheidenen durchschnittlich 3.000 Views pro Video sind das 120.000 Sichtkontakte, überwiegend bei Menschen, die dich noch nicht kannten. Macht 10 Cent pro Kontakt. Läuft ein einziges Video besser als erwartet – und das passiert bei vierzig Versuchen fast immer –, sinkt der Wert weiter.
Die Rechnung ist bewusst grob, und sie sagt nicht, dass der Imagefilm nie Sinn hat (für Messen, Vertrieb und die Website hat er seinen Platz). Aber sie zeigt, warum die Frage „Was kostet ein Video?“ allein in die Irre führt. Die bessere Frage lautet: Was kostet es, mit Video die Menschen zu erreichen, die ich erreichen will? Und da schlägt Kontinuität die Einzelproduktion fast immer.
Die Fragen, die du jeder Videoagentur stellen solltest
Zum Mitnehmen ins Erstgespräch:
- „Was passiert mit dem Video nach der Abnahme?“ Gute Agenturen denken die Ausspielung mit: Formate für jede Plattform, Untertitel, Schnittfassungen. Ein Video, das nur auf der Website liegt, ist ein Ölgemälde im Keller.
- „Wie viele verwertbare Inhalte liefert ein Drehtag?“ Die Antwort trennt Filmemacher von Content-Partnern.
- „Was braucht ihr von uns?“ Realistische Antwort: Zeit für ein Briefing, Zugang zu Menschen und Orten, schnelle Freigaben. Wer sagt „gar nichts“, plant ein Video von der Stange.
- „Was kostet die Korrekturschleife?“ Klare Regelungen vorab ersparen die klassische Streiterei am Ende.
Und eine Frage an dich selbst: Willst du ein Video – oder willst du regelmäßig gesehen werden? Das eine ist ein Projekt, das andere ein System. Beides ist legitim, aber es sind verschiedene Einkäufe mit verschiedenen Preisen.
Falls du die Antwort lieber im Gespräch herausfindest: Wir produzieren als Agentur mit eigener Video- und Social-Media-Unit in Graz seit Jahren Bewegtbild, das nicht im Keller liegt, sondern arbeitet – über 30 Millionen Views sprechen eine recht klare Sprache.
Häufige Fragen
Was kostet ein Video bei einer Videoagentur in Graz?
Je nach Umfang: Reels im laufenden Paket ab dem niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Clip, kompakte Unternehmens- oder Recruiting-Videos meist im mittleren vierstelligen Bereich, aufwendige Imagefilme fünfstellig. Preistreiber sind Konzeptaufwand, Drehtage, Teamgröße und Postproduktion.
Warum sind die Preisunterschiede zwischen Videoagenturen so groß?
Weil unterschiedlich viel Denkarbeit im Preis steckt. Billige Angebote sparen fast immer beim Konzept – das Ergebnis ist technisch sauber, aber wirkungslos. Vergleiche Angebote deshalb nie nur nach Preis, sondern nach Leistungsumfang: Konzept, Drehtage, Anzahl der Endformate, Korrekturschleifen und Ausspielung.
Was bringt mehr: ein Imagefilm oder viele kurze Videos?
Für die meisten KMU: viele kurze Videos. Ein einzelner Imagefilm erreicht kaum jemanden von selbst, während regelmäßige Kurzvideos laufend neue Menschen erreichen und Vertrauen aufbauen. Effizient ist die Kombination aus einem Drehtag und vielen daraus geschnittenen Formaten.
Woran erkenne ich eine gute Videoagentur?
Sie fragt zuerst nach dem Ziel (Reichweite, Vertrauen, Bewerbungen, Erklärung), nicht nach der Kameraausrüstung. Sie zeigt Ergebnisse mit Zahlen statt nur Showreels, denkt die Ausspielung auf den Plattformen mit und regelt Korrekturen transparent im Angebot.
Quellen
- Wyzowl, 2026: https://wyzowl.com/video-marketing-statistics/
Reden wir über dein Marketing.
Wenn du beim Lesen an dein eigenes Unternehmen gedacht hast: Genau dafür sind wir da. Stell uns deine Frage, wir melden uns ehrlich zurück. Ohne Verkaufsfolien, ohne Agentur-Theater.




