„Was kostet Werbung?“ ist eine der häufigsten Fragen in unseren Erstgesprächen – und eine der am schlechtesten beantworteten im Internet. Die meisten Artikel weichen aus („kommt darauf an“), die anderen nennen Fantasiepreise, die mit dem österreichischen Markt wenig zu tun haben. Beides hilft dir nicht, wenn du gerade dein Budget für nächstes Jahr planst.
Deshalb hier der Überblick, den wir uns selbst gewünscht hätten: die vier großen Kostenblöcke, realistische Größenordnungen in Euro und die Frage, was davon wann sinnvoll ist. Ohne Fixpreisversprechen, denn die wären gelogen. Aber mit genug Zahlen, dass du am Ende weißt, in welcher Liga du spielst.
Zur Einordnung: Werbung ist kein Nischenmarkt. Die Bruttowerbeausgaben in Österreich lagen 2025 bei rund 7,14 Milliarden Euro (Quelle: FOCUS Research & Consulting, Werbebilanz 2025). Um einen Teil dieser Aufmerksamkeit konkurrierst du – mit deinem Budget, egal wie groß es ist.
Die vier Kostenblöcke im Überblick
Fast alles, was ein KMU für Werbung ausgibt, fällt in eine dieser vier Schubladen:
- Social-Media-Content und Betreuung – laufende Inhalte, Planung, Community
- Video und Reels – Produktion von Bewegtbild
- Ads – bezahlte Reichweite auf Meta, LinkedIn oder TikTok
- Design – die visuelle Basis, auf der alles andere aufbaut
Der häufigste Planungsfehler: Diese Blöcke werden in einen Topf geworfen. Dann heißt es „wir haben 2.000 Euro im Monat für Marketing“, und niemand weiß, ob damit Content, Schaltbudget oder beides gemeint ist. Trenne die Blöcke, und plötzlich werden Angebote vergleichbar und Entscheidungen leichter.
Dazu kommt ein fünfter Block, der in keinem Angebot steht: deine eigene Zeit. Wer intern postet, dreht, freigibt und Kommentare beantwortet, zahlt in Arbeitsstunden. Rechne die Stunden deiner Leute ehrlich mit ein, bevor du „selber machen“ für gratis hältst – oft ist genau das der teuerste Posten der ganzen Kalkulation.
Kostenblock 1: Social-Media-Content und Betreuung
Das ist bei den meisten KMU der größte laufende Posten. Die Spannen am österreichischen Markt, grob gerastert:
- Einstieg (800 bis 1.500 Euro/Monat): wenige Postings pro Monat, einfache Grafiken, Basisplanung. Reicht für Sichtbarkeit, selten für Wachstum.
- Solide Betreuung (1.500 bis 3.500 Euro/Monat): regelmäßiger Content inklusive Kurzvideo, Redaktionsplan, Community Management, Auswertung.
- Full Service (ab 4.000 Euro/Monat): Strategie, laufende Videoproduktion, mehrere Kanäle, enge Abstimmung.
Warum die Spanne so groß ist und welche Abrechnungsmodelle es gibt, haben wir in eigenen Artikeln zu Betreuungskosten und Agenturpreisen im Detail zerlegt. Für den Überblick reicht eine Regel: Der Preis folgt fast immer der Menge an produziertem Bewegtbild. Wer nur Grafiken postet, zahlt weniger und bekommt auch weniger Reichweite.
Kostenblock 2: Video und Reels
Bewegtbild ist der Kostenblock mit dem größten Hebel, weil ein guter Drehtag gleich mehrere Wochen Content liefert. Die Größenordnungen:
- Einzelnes professionell produziertes Reel: je nach Aufwand etwa 300 bis 800 Euro.
- Drehtag mit Ausbeute von vier bis acht Reels: meist 1.500 bis 3.500 Euro – pro Video gerechnet deutlich günstiger als Einzelproduktionen.
- Aufwendigere Formate wie Recruiting- oder Imagevideos: ab etwa 3.000 Euro, nach oben offen.
Die wichtigste Erkenntnis für deine Kalkulation: Nicht das einzelne Video ist teuer, sondern die Einzelbeauftragung. Wer Video als Serie denkt, drückt den Stückpreis massiv. Und ein Reel, das niemand anschaut, ist bei jedem Preis zu teuer – die Idee entscheidet, nicht die Kamera.
Kostenblock 3: Ads – Mediabudget und Produktion sind zwei getrennte Rechnungen
Hier passieren die meisten Missverständnisse. „Wir schalten um 1.000 Euro Werbung“ kann zweierlei heißen: 1.000 Euro gehen an die Plattform (Mediabudget), oder 1.000 Euro decken Mediabudget plus Konzept, Werbemittel und Kampagnensteuerung ab. Das sind zwei völlig verschiedene Angebote. Frag bei jedem Agenturangebot nach, wie viel davon tatsächlich in die Auktion fließt.
Meta (Facebook und Instagram)
Meta ist für die meisten KMU der Startpunkt, weil du schon mit kleinen Beträgen echte Reichweite kaufst. Zur Orientierung: 1.000 Impressionen kosten auf Facebook im Schnitt rund 7,50 US-Dollar, ein Klick je nach Branche etwa 1 bis 1,70 US-Dollar (Quelle: WebFX Meta Benchmarks, 2025). Um 500 Euro Monatsbudget bekommst du regional also bereits zigtausende Sichtkontakte. Sinnvolle Einstiegsgrößen: 300 bis 500 Euro monatlich für regionale Bekanntheit, 1.000 bis 3.000 Euro, wenn du planbar Anfragen generieren willst.
LinkedIn ist die teuerste der drei Plattformen, dafür triffst du Entscheider nach Jobtitel und Branche. Der globale Richtwert liegt bei rund 5,60 US-Dollar pro Klick, bei Senior-Zielgruppen eher darüber (Quelle: The B2B House, LinkedIn Ad Benchmarks, Stand Dezember 2025). Unter etwa 1.000 bis 1.500 Euro Mediabudget pro Monat kommen kaum genug Daten zusammen, um die Kampagne zu optimieren. LinkedIn Ads rechnen sich deshalb vor allem, wenn ein einzelner Kunde für dich mehrere tausend Euro wert ist.
TikTok
TikTok ist im Einkauf oft günstiger als Meta und liefert vor allem bei jungen Zielgruppen und im Recruiting beachtliche Reichweiten. Einstieg ab etwa 300 bis 500 Euro Monatsbudget. Der Haken liegt nicht im Mediabudget, sondern im Creative: Werbung, die nach Werbung aussieht, wird auf TikTok gnadenlos weggewischt. Ohne native Videoproduktion ist das Budget hier verloren.
Für alle drei Plattformen gilt dieselbe Faustregel: Plane Produktion und Mediabudget im Verhältnis von ungefähr eins zu eins, zumindest am Anfang. Ein starkes Werbemittel mit kleinem Budget schlägt ein schwaches Werbemittel mit großem Budget – jedes Mal.
Kostenblock 4: Design
Design ist kein laufender Posten, sondern eine Basisinvestition, die alle anderen Blöcke effizienter macht. Größenordnungen: Ein professionelles Logo-Paket beginnt bei etwa 1.500 Euro, ein durchdachtes Corporate Design für ein KMU liegt meist zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Einzelne Werbemittel wie Folder, Messewand oder Anzeigensujets bewegen sich je nach Umfang im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich.
Warum das hierher gehört: Ohne brauchbare Design-Basis bezahlst du jede Grafik doppelt – einmal die Erstellung, einmal die Diskussion darüber. Mit Vorlagen und klaren Regeln sinken die Kosten jedes einzelnen Werbemittels danach spürbar.
Was kostet Werbung nun konkret? Drei Faustregeln für dein Budget
Am Ende willst du eine Zahl. Hier sind drei, mit denen du rechnen kannst:
Faustregel 1: Unter 500 Euro im Monat wird es punktuell. Damit gelingt entweder ein schlanker organischer Auftritt oder eine kleine regionale Ads-Kampagne. Beides gleichzeitig wird dünn. Lieber einen Block richtig machen als zwei halb.
Faustregel 2: Ab 1.500 bis 3.000 Euro im Monat wird Werbung planbar. In dieser Liga sind regelmäßiger Video-Content plus ein vernünftiges Mediabudget drin. Das ist für die meisten KMU der Bereich, in dem Werbung messbar auf Anfragen, Bewerbungen oder Verkäufe einzahlt.
Faustregel 3: Reihenfolge schlägt Summe. Erst die Design-Basis, dann Content, der beweist, dass deine Botschaft funktioniert, dann Ads, die das Funktionierende verstärken. Wer die Reihenfolge umdreht und zuerst Mediabudget auf schwache Inhalte schüttet, verbrennt Geld mit Ansage. Wie du das Gesamtbudget vom Umsatz her ableitest, zeigt unser Artikel mit den Marketingbudget-Faustformeln.
Und die unbequeme Wahrheit zum Schluss: Der Preis der Werbung ist selten das Problem. Das Problem ist Werbung, die niemandem auffällt – die kostet nämlich gleich viel wie gute. Langweilig ist teuer, bei jedem Budget. Wenn du wissen willst, welcher Kostenblock bei dir gerade den größten Hebel hat: Meld dich bei uns, wir rechnen es gemeinsam durch.
Häufige Fragen
Was kostet Werbung für ein KMU mindestens pro Monat?
Sichtbare Untergrenze: rund 500 Euro monatlich für einen einzelnen Kostenblock, etwa einen schlanken Social-Media-Auftritt oder eine kleine regionale Ads-Kampagne. Planbar wird Werbung meist ab 1.500 bis 3.000 Euro im Monat, weil sich dann Content-Produktion und Mediabudget sinnvoll kombinieren lassen.
Wie viel Mediabudget brauche ich für Meta Ads?
Für regionale Bekanntheit reichen oft 300 bis 500 Euro pro Monat, weil 1.000 Impressionen auf Facebook im Schnitt nur rund 7,50 US-Dollar kosten. Wer planbar Anfragen oder Bewerbungen generieren will, sollte 1.000 bis 3.000 Euro monatlich einplanen – plus die Produktion der Werbemittel, die extra zu rechnen ist.
Was ist wichtiger: Mediabudget oder Produktion?
Am Anfang die Produktion. Ein starkes Werbemittel mit kleinem Budget bringt fast immer mehr als ein schwaches mit großem Budget, weil die Plattformen gute Inhalte mit günstigeren Preisen belohnen. Als Faustregel fährst du mit einem Verhältnis von ungefähr eins zu eins gut und verschiebst erst später mehr Geld Richtung Mediabudget.
Warum nennen Agenturen keine Fixpreise für Werbung?
Weil hinter „Werbung“ vier verschiedene Kostenblöcke stecken: Content-Betreuung, Videoproduktion, Mediabudget und Design. Je nach Ziel, Branche und Ausgangslage verschiebt sich die Gewichtung komplett. Seriöse Anbieter nennen dir Größenordnungen pro Block und ein konkretes Angebot nach dem Erstgespräch – Misstrauen ist eher bei Pauschalversprechen angebracht.
Quellen
- FOCUS Research & Consulting, Werbebilanz 2025 (Bruttowerbeausgaben Österreich: 7,14 Mrd. Euro): https://www.focusmr.com/de/werbebilanz-2025/
- WebFX, Meta Marketing Benchmarks 2025/2026 (Facebook CPM Ø 7,47 USD, CPC 1,06–1,72 USD): https://www.webfx.com/blog/social-media/meta-benchmarks/
- The B2B House, LinkedIn Ad Benchmarks (globaler CPC-Benchmark 5,58 USD, Stand Dezember 2025): https://www.theb2bhouse.com/linkedin-ad-benchmarks/
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